Vereinsleben in Biberach
Traditionsverein mit Zukunftsvision:
„Chor für Alle" blickt auf erfolgreiches Jahr zurück
Mitgliederversammlung bestätigt Kurs der Erneuerung – Langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet – Konzert im April und 160-jähriges Jubiläum 2027 im Fokus
Biberach im Kinzigtal. Der „Chor für Alle – Liederkranz Biberach e.V." hat bei seiner ordentlichen Mitgliederversammlung am 11. März 2026 im Gasthaus „Kinzigstrand" ein positives Fazit gezogen. Mit 23 anwesenden Mitgliedern bestätigte die Versammlung den eingeschlagenen Weg der Vereinserneuerung. Im Mittelpunkt standen die Verabschiedung langjähriger Vorstandsmitglieder, Berichte über das vergangene Vereinsjahr sowie der Ausblick auf das kommende Konzert und das 160-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 2027.
Von der Tradition zur Moderne: Was der Chor heute ist
Der 1867 als „Männergesangverein Liederkranz" gegründete Verein zählt zu den ältesten Vereinen in Biberach – gegründet noch vor der örtlichen Feuerwehr, die aus dem Männerchor heraus entstanden ist. Doch der Strukturwandel in der Chorlandschaft ging auch am Liederkranz nicht spurlos vorüber. Um den Verein zukunftsfähig zu machen, beschritt die Vereinsführung neue Wege: Der Vereinsname wurde modernisiert, um die Öffnung für alle Stimmen nach außen zu signalisieren, und ein Projektchor wurde ins Leben gerufen.
Heute umfasst der Chor 26 aktive Sängerinnen und Sänger im gemischten Chor sowie 10 Mitglieder im nach wie vor bestehenden Männerchor. „Diese Entwicklung sehe ich sehr positiv", betonte der 1. Vorsitzende Markus Heizmann in seinem Bericht. „Es ist echt toll, dass ihr dabei seid. Es macht wieder Spaß, in einer größeren Gruppe zu singen." Dirigentin Sonja Große ergänzte: „Dass wir im gemischten Chor immer wieder neue Sängerinnen dazu gewinnen konnten, ist auch für mich ein Zeichen, dass wir mit dem Entschluss, den Verein nicht sterben zu lassen, sondern stattdessen neue Wege zu gehen, genau richtig lagen."
Dank an langjährige Vorstandsmitglieder
Ein emotionaler Moment der Versammlung war die Verabschiedung zweier verdienter Vorstandsmitglieder. Ralf Hug, seit 1999 Kassierer des Vereins, übergab nach 27 Jahren sein Amt. „In den ganzen 27 Jahren ist mir niemals etwas zu Gehör gekommen, dass in unserer Kasse etwas nicht korrekt war. Die Kassenprüfung war jedes Jahr einwandfrei", würdigte Heizmann die Verdienste des scheidenden Kassiers.
Auch Günter Lerch, der vor zwei Jahren das Amt des 2. Vorsitzenden übernommen hatte, stellte sich nicht mehr zur Wahl. „Du wirst dieses Jahr 75 Jahre alt und es ist verständlich, dass du Platz für Jüngere machen willst", so Heizmann. Beide erhielten als Dank eine kleine Aufmerksamkeit „zum Ölen der Stimme".
Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr
Schriftführer Gerhard Große ließ das vergangene Vereinsjahr Revue passieren. Zu den Höhepunkten zählte das Hallenkonzert im Mai 2025, bei dem der Chor zusammen mit dem Frauenchor Querbach und dem Kinderchor KiKiBi auftrat. „Gut ankam auch, dass das Publikum selbst eingebunden wurde und mitsingen konnte", erinnerte sich Dirigentin Große. Auch der Beitrag zum Volkstrauertag im November 2025 blieb in Erinnerung: „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur schmissige Lieder, sondern auch Nachdenkliches sehr gut rüberbringen können."
Finanziell unterstützt wurde der Verein durch Sponsoren, die im Programmheft Anzeigen schalteten. Zudem war der Chor bei der Bewirtung des Kinzig-Rad-Tags und des Ortsmittemarkts aktiv – Engagements, die auch 2026 fortgeführt werden sollen.
Ausblick: Konzert, Auftritte und Jubiläum
Das nächste große Ereignis steht bereits vor der Tür: Am 18. April 2026 findet das zweite Hallenkonzert unter dem Motto „Ein Traum – viele Stimmen" statt. Erneut wird der Kinderchor KiKiBi mitwirken, und erstmals wird eine Kinderbetreuung angeboten. „Wie wichtig jede einzelne Probe ist und jede einzelne Stimme, brauche ich euch nicht zu erzählen", appellierte Dirigentin Große an die Mitglieder.
Weitere Auftritte sind bereits terminiert: Am 25. April nimmt der Chor am Jubiläums-Singen des Kinzigtäler Chorverbandes in Ohlsbach teil, gemeinsam mit den Chören aus Zell a.H. und Gengenbach-Schwaibach. Am 20. Juni wirkt der Chor beim Konzert des Gesangvereins Welschensteinach mit, und im November ist erneut die Gestaltung der Feierstunde am Volkstrauertag geplant.
Der Blick geht aber noch weiter voraus: 2027 feiert der Verein sein 160-jähriges Bestehen. „Es gibt schon verschiedene Gedanken – etwa ein Projekt mit einem speziellen Motto", verriet Heizmann. Ideen reichen von einer speziellen Messe bis hin zu einem Künstler-Schwerpunkt, etwa mit Werken von Udo Jürgens, ABBA oder Musical-Charakter. „Es soll ein besonderes Jahr werden", unterstrich Dirigentin Große.
Gemeinschaft und Mitmachen
Der Chor für Alle steht für Offenheit und Gemeinschaft. „Jeder und jede tut, was möglich ist – viel mehr als nur das, was nötig ist", beschrieb Große den Zusammenhalt im Verein. Auch die Präsenz in den sozialen Medien wurde ausgebaut, wofür sich Heizmann besonders bei Jutta bedankte, „die immer wieder neue Ideen zum Posten hat".
Der Verein sucht weiterhin Verstärkung – ob mit oder ohne Chorerfahrung. Die Proben finden jeden Dienstag um 20 Uhr statt, abwechselnd als Männerchor- und gemischte Chorprobe. Interessierte sind jederzeit willkommen, unverbindlich vorbeizuschauen. Weitere Informationen gibt es unter www.chor4alle.de oder telefonisch bei Dirigentin Sonja Große unter 0175 9393 344.
INFO: Der Chor für Alle auf einen Blick
- Gegründet: 1867 als Männergesangverein „Liederkranz"
- Aktive: 26 Sänger/innen (gemischter Chor), 10 Sänger (Männerchor)
- 1. Vorsitzender: Markus Heizmann | Dirigentin: Sonja Große
- Proben: Dienstags, 20:00 Uhr, Chorsaal Biberach
- Nächster Termin: Konzert am 18. April 2026 – „Ein Traum – viele Stimmen"
- Jubiläum: 160 Jahre im Jahr 2027
- Web: www.chor4alle.de | Kontakt: info@chor4alle.de
Text: Pressebericht zur Mitgliederversammlung vom 11. März 2026
v.l.n.r: Sigrid Armbruster, Sonja Große, Ilka Heizmann, Jutta Gerber, Markus Heizmann, Wilhelm Eble, Frank Büdel, Bernd Gißler, Elisabeth Hoog, Alexander Große, Gerhard Große (Ulrike Huber fehlt) – Foto: Manuela Steiger

